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Coffee Hunting Projekte

Viele unserer Erzeugerinitiativen stecken noch in der Entwicklungsphase. Sie benötigen vielfach zusätzlich externe Unterstützung zur Realisierung innovativer Ideen. In dieser Rubrik werden wir gezielt Projekte initiieren, die dazu die geeignet sind, Kaffee noch besser und Nachhaltigkeit greifbar zu machen.

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Sie als Kaffeegenießer aber auch vielleicht auch als Repräsentant eines Unternehmens in und außerhalb der Kaffeebranche sind als Partner wie auch Nutznießer gefragt und gewünscht:

  • Beteiligen Sie sich zum Beispiel an der Finanzierung von Kaffeetrockenbetten oder an einer Biogasanlage und erhalten Sie im Gegenzug entsprechende Genussscheine für Ihren exklusiven Firmenkaffee!
  • Oder erwerben Sie eine Kaffeewald-”Aktie”, mit der Sie lokalen Biodiversitätsschutz im Umfeld des Kaffeeanbaus finanzieren und gleichzeitig die Option auf exklusive Kleinmengen ökologisch produzierten Waldkaffees erhalten.

Zur Sicherung der Transparenz derartiger Vorhaben arbeiten wir in der Umsetzung mit anerkannten Nichtregierungsorganisationen zusammen. Falls Sie weitere Informationen benötigen, nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

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Bewertung der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Coffee Huntings. Viel ist schon über Nachhaltigkeit geredet, geschrieben und philosophiert worden: Meist wird sie als 3-Säulen-Modell (Ökonomie, Ökologie und Soziales) interpretiert. Davon halten wir nichts, denn es beschreibt ein starres, unflexibles und totes System. Vielmehr ist Nachhaltigkeit ein fortlaufender Prozess, bei dem soziale, wirtschaftliche und ökologische Elemente dynamisch miteinander vernetzt sind.

Die Zertifizierung , z. B. Bio oder Fair Trade bzw. ihre routinemäßigen Verifizierungen können immer nur Momentaufnahmen einzelner Aspekte widerspiegeln, nicht jedoch den Entwicklungsprozess. Unsere Bewertung versteht sich daher nicht als unabhängige “Zertifizierung”, sondern als unsere eigene Einschätzung der Nachhaltigkeit der Erzeugerinitiative auf Grundlage uns wichtig erscheinender Kriterien. Diese Kriterien werden wir kontinuierlich weiter entwickeln. In unserer Bewertung werden wir nicht nur den Status, sondern auch die Dynamik von Entwicklungsprozessen mit einbeziehen. Dazu werden wir unsere Partner regelmäßig befragen.

Link: Die ökonomischen Aspekte
Link: Die sozialen Aspekte
Link: Die ökologischen Aspekte

Ökonomische Aspekte

Ökonomisch relevant sind solche Mechanismen, die dazu beitragen, die wirtschaftlichen Verhältnisse der Kaffeebauern und ihrer Familien zu verbessern und somit Eigenständigkeit und Entscheidungsfreiheit im Rahmen der politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten erhöhen.

Welche Kriterien sind uns wichtig?

  • Ökonomische und unternehmerische Eigenständigkeit
  • (Förderung) Unternehmerische(r) Eigeninitiative der Erzeuger
  • Verbesserung der Wertschöpfung, z.B. durch internationale Marktanbindung, vertikale Integration (lokale Röstung, eigene Verarbeitungsstufen), Markenbildung oder Zertifizierung
  • Ökonomische Diversifizierung und Risikominimierung, z.B. Kaffee in Mischkulturen,
  • Förderung lokaler Finanzierungsinstrumente, z.B. Kleinsparer-Gruppen, Kleinkredit-Systeme
  • Geregelte Landnutzungsrechte/Rechtssicherheit

Soziale Aspekte

Unsere globalisierte Welt erfordert in zunehmendem Maße eine gewisse Kompatibilität sozio-ökonomischer Strukturen. Diese Entwicklung wird u.a. durch Schaffung und Implementierung von Standards forciert. Wir müssen jedoch berücksichtigen, dass insbesondere Sozialstandards oft auf Grundlage westlicher Wertsysteme entwickelt wurden, die anderen Kulturen nur bedingt vermittelbar sind und deshalb eine Anpassung im lokalen Kontext erfordern. Einer unser Partner schreibt dazu:

„Wir müssen uns vertraut machen mit den internationalen Regeln und diese akzeptieren, um auf der Weltbühne bestehen zu können. Wir sind dazu bereit. Die Leute können kommen und alles prüfen, um unfairen Handel auszuschließen. Was wir aufgebaut haben, geht viel weiter als das, was sie sich unter Fairem Handel vorstellen. Dennoch werden wir Probleme haben, ihnen gewisse Dinge zu erklären. Zum Beispiel, wenn sie sehen, dass Kinder im Alter von 8-9 Jahren und Alte im Alter von 70 bis 80 Jahren Kaffee ernten, kann das zu Missverständnissen führen. Aber es  ist unsere traditionelle Form des Zusammenlebens, wenn die Mütter und Väter in den Kaffeegärten von Kinder und Großeltern bei der Arbeit unterstützt werden. Während dies für uns das Familienglück bedeutet, könnten Fremde dies als Kinder- und Altenarbeit fehl interpretieren. Wir müssen versuchen, dies zu klären.“

Welche Kriterien sind uns wichtig?

  • Erhalt kultureller Vielfalt und Eigenständigkeit
  • Selbstbestimmung und Selbstorganisation
  • Identifizierung von und Auseinandersetzung mit sozialen und ökonomischen Problembereichen durch die Erzeuger (Verhaltenscodex, Fair Trade o.ä.)
  • Eigeninitiative und –investitionen für den Aufbau sozialer Strukturen (Gesundheit, Bildung, Gemeinwesen)

Ökologie

Kaffee wird weltweit überwiegend in kleinbäuerlichen Strukturen angebaut, oft in Mischkulturen auf Parzellen von zwei Hektar und weniger. Diese Nutzung ist wichtig für die Selbstversorgung. Viele Entwicklungsmaßnahmen zielen auf Ertragssteigerung innerhalb dieser Strukturen, was mitunter den Einsatz verbesserter Sorten, die Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden impliziert. Wir bezweifeln zum einen, dass eine Ertragssteigerung einem spekulativen Markt mit hohen Preisschwankungen zuträglich ist. Zum anderen geht mit dieser Bewirtschaftungsform meist eine erhebliche Belastung von Mensch und Umwelt einher. Kaffeeanbau in naturnahen Wald- und Agroforststrukturen stellt nicht nur einen Beitrag zur Erhaltung von natürlichen Ressourcen und von Biodiversität dar, sondern hilft den Kaffeeerzeugern auch Umwelt- und wirtschaftliche Risiken zu minimieren. So besitzt der Aufbau bzw. Erhalt von Schattenkaffeekulturen ein enormes Klimaschutzpotenzial, schützt vor Erosion und stabilisiert den Wasserhaushalt. Daneben muss der aktive Umweltschutz auch mittels angepasster Technologien insbesondere in Entwicklungsländern gefördert werden.

Welche Kriterien sind uns wichtig?

  • Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen
  • Ökologisch orientierter Kaffeeanbau in naturnahen Waldbeständen, Agroforstsystemen (z.B. Hausgärten, Analog Forestry) und diversifizierten Schattenkulturen
  • Partizipativer, koordinierter Ressourcenschutz, wie Erosionsschutzmaßnahmen, Wiederaufforstung, Gewässerschutz
  • Förderung angepasster, innovativer Technologie in Haushalten, Kommunen und im Bereich der Kaffeeverarbeitung, z.B. Nutzung von regenerativen Energien, Energiespartechnologien, Wasser- und Abwassermanagement
  • Förderung von und Einbindung in großräumige Natur-, Biodiversitäts- und Klimaschutzprojekte
  • Umwelterziehung und -bildung

Wie wird die Nachhaltigkeit bewertet?

Aufgrund unserer Kenntnisse beurteilen wir die jeweilige Performance der Erzeugerinitiative für jedes Kriterium eines Bereiches (Ökonomie, Soziales, Ökologie). Daraus ergibt sich ein differenziertes Bewertungsprofil auf einer Skala von 0 (durchschnittliche Leistung) bis 10 (herausragende Leistung).

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Welche Kriterien sind für Sie wichtig in Bezug auf Kaffee und Nachhaltigkeit? Wenn Sie möchten, schreiben Sie uns einen Kommentar mit Anregungen, Kritik oder Ideen…

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