Bob-o-Link – der Wald kehrt zurück!
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Hintergrund
Qualität
Bob-o-Link ist ein einzigartiger Blend verschiedener semi-gewaschener Kaffees, überwiegend Mundo Novo, Catuai und Bourbon-Varietäten, aus kleinen Familienbetrieben und unterschiedlichen Lagen. Der Rohkaffee ist sauber aufbereitet und fast ohne Defekte. Aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Sorten, Höhenlagen und kleiner Siebgröße resultiert eine derzeit noch etwas uneinheitliche Bohnengröße (was sich mit der nächsten Lieferung ändern wird), so dass sich dieser Kaffee besonders für Schümli- und Espressoröstungen eignet. In der Verkostung zeigt der Kaffee einen vollen, kräftigen Körper mit Aromen von Zitrusfrüchten, Schokolade und Anklängen von Nüssen.
Nachhaltigkeit
Die Bob-o-Link Rohkaffees stammen ausnahmslos aus Betrieben in Umstellung auf biologischen Landbau, die jedoch (noch) nicht zertifiziert sind. Eine zukünftige Zertifizierung ist abhängig von der Marktentwicklung. Für einen 10 ha Betrieb mit etwa 8.000 bis 10.000 Kilo Jahresproduktion bedeutet dies Mehrkosten von ca. 0,30 € pro Kilo.
Neben der umweltschonenden Kaffeeerzeugung ist es erklärtes Ziel aller Familienbetriebe, das ökologische Gleichgewicht der ursprünglichen Großplantagenregion wieder herzustellen. Hierzu zählen Pflanzung von Regenwaldbäumen oder der Schutz von Wasserläufen. Letzendlich wird damit stellvertretend auch der Lebensraum des Bobolink, des Reisstärlings erhalten.
Die Bob-o-Link Familien
Joao Hamilton und Ivan
Anbaufläche: 10 ha
Höhenlage: 1200-1340 m ü.NN
Sorten: Catuai, Mundo Novo, Sumatra, BourbonUrsprünglich waren unsere Kaffees Massenprodukte – es ging uns darum, soviel wie möglich zu produzieren, weswegen wir alle möglichen giftigen Chemikalien einsetzten. Die Natur und die Kaffeequalität waren uns völlig egal. Aber in den vergangenen Jahren merkten wir, dass dieser Form der Bewirtschaftung für uns nicht mehr nachhaltig war.
Vor vier Jahren, 2006, lud unser Nachbar Marcos von der Fazenda Ambiental Fortaleza unsere Familie ein, bei einem Gemeinschaftsprojekt zu Erzeugung nachhaltiger Kaffees teilzunehmen. Es sollte darum gehen, beste Kaffee-Qualitäten zu erzielen, dabei aber gleichzeitig die Natur zu respektieren, Quellbereiche wieder zu bewalden, Müll zu recyclen, sowie Kunstdünger und giftige Pestizide einfach wegzulassen. Wir ließen uns von diesen Gedanken inspirieren und schließlich begann unsere Familie damit, diese neuen Anbaumethoden zu übernehmen. Wir pflückten von nun an nur noch die wirklich reifen Kirschen, verarbeiteten sie im ‚semi-washed’ Verfahren und arbeiteten wesentlich sorgfältiger in der Trocknung.
Die neue Partnerschaft mit Marcos lässt für uns Träume wahr werden: 2008 konnten wir unseren ersten ‚neuen’ Kaffee exportieren. 2009 brachte Marcos mehrere renommierte Käufer und internationale Baristas auf unseren Betrieb zur Besichtigung.
Und für die Ernte 2010 haben wir in neue, geständerte Trockenbetten investiert, um die Kaffeequalität nochmals zu verbessern.
Familie Silvio Pedro Minussi und Familie Celso Ricaro Minussi
Anbaufläche: 11 haHöhenlage: 1060-1200 m ü.NN
Sorten: Catuai Amarelo, Catuai Vermelho, Mundo Novo, Bourbon Amarelho, Tupi
Der Kaffee trat in unser Leben, als wir beschlossen, endlich unsere eigenen Herren zu werden. Wir wollten nur noch für uns selbst schuften, auf unserem eigenen Land, das wir zuvor gekauft hatten. Die Kaffeeerzeugung war für uns ein Lernprozess, denn eigentlich hatten wir keine Ahnung von der Pflanze, die wir da anbauen wollten. Der Anfang war sehr schwierig, zumal das Land, das wir erworben hatten, zuvor brach lag. Es gab keine Infrastruktur und unsere finanzielle Situation war prekär.
Durch Mitgliedschaft verschiedenen Verbänden, Besuch von Vorträgen und Lehrgängen merkten wir bald, dass wir nicht einfach so drauf los produzieren konnten. Nein, wir sollten sozial und ökologisch verantwortlich Kaffee anbauen oder einfach ausgedrückt: nachhaltig.
Mit diesem Leitbild im Kopf entdeckten wir für uns den biologischen Landbau und mit ihm Menschen die für uns eine wichtige Rolle spielten und noch spielen. Marcos von FAF bat uns, Proben unserer Kaffees zu seiner Farm zu bringen. Dort trafen wir seine Familie. Marcos schlug uns eine Partnerschaft vor, die es uns ermöglichen sollte, unseren Kaffee für einen angemessenen Preis zu verkaufen, zumal sich unser Kaffee durch etwas Besonderes auszeichnete: Qualität, Erhalt der Umwelt und Verantwortung für die Arbeiter, die mit uns zusammen diesen Ertrag erst ermöglichen. Wir hatten von Massenware auf Spezialitätenkaffee umgestellt und wurden zum ersten Familienbetrieb unserer Gegend, der seinen Kaffee selbst exportierte.
Im zweiten Jahr unserer Partnerschaft konnten wir bei gleicher Qualität noch bessere Preise erzielen. Über diesen We gist e suns sogar gelungen, aktiver Partner von FAF zu warden und nicht nur Kaffee auf unserer eigenen Farm zu erzeugen, sondern auch auf Marcos’ Fazenda eigene Pflanzungen bewirtschaften zu können, die erstmal in zwei Jahren Ertrag einbringen sollen. Bis dahin werden wir den jetzt eingeschlagenen Weg fortsetzen – nach Möglichkeit noch viele Jahre lang. Und wir zweifeln keine Sekunde daran, dass es sich lohnt in Nachhaltigkeit und Qualität zu investieren, denn die Natur braucht unseren Schutz und die Menschen all unseren Respekt.
Gertrudes & Celso
Anbaufläche: 8 haHöhenlage: 1200-1430 m ü.NN
Sorten: Mundo Novo, Catuai, Bourbon
Unsere Farm liegt in den Bergen der Caconde-Distrikts. Vor 2006 bauten wir noch ganz konventionell Massenkaffee an, bis wir in der Verarbeitung umstellten und den Kaffee vor dem Trocknen vom Fruchtfleisch befreiten. Daraufhin konnten wir feststellen, dass dieser Kaffee zu etwas wirklich Besonderem wurde: Wir gewannen zwei Jahre in Folge die Spezialitäten-Kaffee Prämierung des Bundesstaates Sao Paulo. Im dritten Jahr schafften wir es unter die besten 50 Kaffees von Brasiliens Cup of Excellence. 2007 trafen wir dann Marcos, der uns dabei half, Muster unserer Kaffees in den USA anzubieten. Dadurch gelang es uns erstmals, Kaffee direkt außerhalb Brasiliens zu verkaufen. Marcos hat dann unsere Kaffees in weiteren Ländern angeboten und unsere Geschichte erzählt. Wir haben dadurch 2009 sogar noch besserer Preise erzielt und verschiedene Besucher aus unterschiedlichen Ländern kamen, um uns auf unserer Farm zu besuchen. Hier bei uns ist Wilderei strikt verboten, und die Rotfußsiriema (ein langbeiniger, trappenähnlicher Vogel) lebt und brütet quasi vor unserer Haustüre! Wir schützen unsere Quellen und unser Müll wird getrennt und recycelt.
Wir verwenden keine Agro-Chemikalien, sondern setzen biologische Produkte ein. Unsere gesamte Ernte erfolgt von Hand und weitestgehend durch die Mitglieder unserer Familie. Traditionell haben wir den Kaffee auf Zementböden getrocknet, aber ab 2010 werden wir geständerte Trockenbetten verwenden.
Wir lieben unseren Kaffee und geben all unsere Erfahrung an den kleinen DENNER AUGUSTO weiter! Mit Gottes Hilfe werden wir diesen Weg so weiter gehen, die Qualität unseres Kaffees weiter verbessern und ihn so zu einem der besten der Welt machen!
José Antonio Faconi und Familie
Farm: Sitio Santa Lucia
Höhenlage: 1100 – 1200 m ü. NN
Sorten: Bourbon, Catuai, Mundo Novo
Ich bin José Antonio Faconi aus Sitio Santa Lucia in Caconde, Sao Paulo. Ich lebe seit 33 Jahren an diesem Ort hier, an dem ich auch geboren bin und lernte, in den Kaffeeplantagen zu arbeiten. Dann heiratete ich Monica A.P. Rossetto. Wir gründeten gemeinsam eine Familie und arbeiteten hart für unsere Zukunft. Weil wir eine kleine Farm sind, haben wir weder Maschinen noch ein Fahrzeug, um unseren Kaffee irgendwo hinzubringen, aber wir können auf unsere Nachbarn zählen – und nur aus dem Grund können wir überhaupt weiter Kaffee anbauen.
Vor zwei Jahren begegneten wir Marcos von der Fazenda Ambiental Fortaleza. Er zeigte uns ganz neue Sichtweisen: Bisher verwendeten wir große Mengen von Agro-Chemikalien, die unserem Land, den Tiere und uns schadeten. Wir verschmutzten die Landschaft, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, welche Auswirkungen dies hat, und was das für unsere Kinder und Enkel bedeuten würde. Kunstdünger und Pestizide sind nun Vergangenheit, unser Müll wird getrennt und in der Stadt sachgerecht entsorgt. All unsere Quellen werden jetzt geschützt. Und das Beste ist, dass der Kaffeeverkauf in unserer Partnerschaft so prima läuft! Das macht uns zuversichtlich.
Die Arbeit ist zwar sehr schwierig, aber wir hoffen, die Früchte unserer Anstrengung ernten zu können. Dafür ist es wichtig, den Kaffee punktgenau zu ernten, richtig zu trocknen und vor allem die Frucht mit größter Sorgfalt zu behandeln. Unsere Arbeit endet hier aber nicht. Wir wollen noch härter arbeiten für einen besseren Preis, der es uns ermöglicht, neue Ausrüstung zu finanzieren, die dann zum einen unsere Arbeit erleichtert und andererseits die Qualität weiter verbessert. Kaffee ernährt uns und vom Kaffee hängt für uns alles ab.Dies sind die Worte eines kleinbäuerlichen Familienoberhaupts, der voll von Hoffnung ist und täglich auf’s Neue hart für die Zukunft seiner Familie arbeitet!
José Antonio Faconi, Monica Ap. Rossetto, Marcos Vinicios Faconi und Leticia Cristina Faconi
Alcindo Françisco Prado
Farm: Fazenda Ambiental Fortaleza Höhenlage: 900-1000 m ü.NN Anbaufläche: 10 ha Sorten: Mundo Novo, Catuai Amarelo, Catuai Vermelho, UbataIch zog 1979 auf die Fazenda Fortaleza im August des Jahres 1979. Bis 2003 arbeitete ich mit konventionellem Kaffee, als ich plötzlich nach einer Spritzmittelanwendung auf dem Feld an einer Chemikalienvergiftung erkrankte. Ich litt schwer und erholte mich nur langsam davon. In dieser Zeit kamen Silvia und Marcos, änderten den Namen der Farm in Fazenda ‘Ambiental’ Fortaleza (ökologische Festung), und stellten die Produktion auf Bioanbau um. Dies veränderte auch mein Leben. Mit meiner Gesundheit kehrte auch meine Selbstwertschätzung zurück.
Heute schätze ich mich glücklich als Partner von Marcos und Silvia; sie waren großartige Arbeitgeben und sind jetzt auch tolle Partner. Nach biologischen Prinzipien auf der Fazenda Kaffee anzubauen ist wirklich gut: Wir haben sauberes Wasser von unseren Quellen, verschiedenste Vogelarten und jede Art anderer Tiere. Die Farm hat uns vieles zurück gegeben – Gesundheit und Spass an der Arbeit zusammen mit meiner Familie.
Überhaupt gibt es nichts Schöneres als glücklich zu arbeiten und das zu lieben, was man tut. Heute versuche ich meine Erfahrung über ökologische Landwirtschaft an meine Töchter und alle Interessierten weiterzugeben.
Alcindo Françisco Prado





