Anfilo Waldkaffee
Hintergrund
Äthiopischer Wildkaffee ist in den vergangenen Jahren als unverzichtbare und zugleich bedrohte genetische Ressource des Kulturgutes Kaffee immer mehr in den Blickpunkt geraten. Durch die Anerkennung als UNESCO Biosphärenparks Yayu und Kaffa im Jahr 2010 sind wichtige Rahmenbedingungen für den Schutz der durch Zersiedlung und Landwirtschaft stark fragmentierten Waldflächen geschaffen.
Wildkaffee ist jedoch nicht nur auf die Gebiete der Biosphärenparks beschränkt. Ein Großteil der tatsächlich noch vorhandenen Wälder mit Wildkaffeevorkommen dürfte bisher kaum erforscht sein. Einer dieser Wälder ist das Gerjeda Forest Reserve in der Region Wollega. In den Distrikten Gidami und Anfilo erzeugt ein gleichnamiges Unternehmen einen hochwertigen Waldkaffee, den wir in unser Sortiment aufnehmen wollen.
Die Nutzung bzw. Kultivierung von Waldkaffee bedarf in Sachen Nachhaltigkeit besonderer Aufmerksamkeit: Der Baumbestand sollte nicht nur eine ausreichende Beschattung des Waldbodens und der Kaffeepflanzen sichern, sondern muss in seiner Artenzusammensetzung die naturgegebene Biodiversität widerspiegeln – eine schwierige Balance zwischen Naturerhalt und Ertragsoptimierung.
Mit Anfilo Coffee in Wollega, ganz im Westen Äthiopiens gelegen, haben wir nun einen Partner gefunden, der sowohl ein überzeugendes Nachhaltigkeitskonzept präsentiert, als auch sensationell gute, sonnengetrocknete Waldkaffees erzeugt – aus kleinen Kooperativen und aus eigenem Anbau. Bemerkenswert auch die Höhenlagen von bis zu 2.400 Metern, Höhen in den bisher keine natürlichen Kaffeevorkommen bekannt waren. Kaffeeanbau ist in dieser Region seit mindestens fünf Jahrhunderten bekannt.
Sidamo Grad 1 – Operation Cherry Red
- Link: Sidamo Grad 1 - Kaffeequalität
- Link: Der Sidamo-Kaffee und die Nachhaltigkeit
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Hintergrund
Äthiopien hat unter allen Kaffee produzierenden Ländern das mit Sicherheit größte Potenzial, eine Vielzahl an hochwertigen Spezialitätenkaffees zu erzeugen – kein Wunder bei der Vielzahl der Varietäten, die im Ursprungsland des Arabica wachsen. Inwieweit die großen Veränderungen, die seit Ende 2008 durch Einführung der elektronischen Börse im äthiopischen Kaffeesektor stattfinden, die Ausschöpfung dieses Potentials fördern oder eher behindern, wird die Zukunft zeigen.
Von allen äthiopischen Spezialitätenkaffees ist der Sidamo mit Abstand der bekannteste. Dies erklärt sich dadurch, dass die ersten gewaschenen äthiopischen Kaffees Sidamos waren und von Anfang an stark beworben wurden – ein Verdienst von Graf Friedrich von der Recke von Vollmarstein, der das Waschen des Kaffees in den 60er Jahren des letzen Jahrhunderts einführte und sich während seines 30jährigen Aufenthalts in Äthiopien den Titel “Aba bunna” (“Vater des Kaffees”) erwarb.
Die gewaschenen Sidamos werden in der Standardqualität „Grad 2“ gehandelt. Ein „Grad 1“, die höchste Qualitätsstufe, wird nur auf Anfrage als so genannte „special preparation“ angefertigt. Um neben der geringsten Zahl an Defekten gleichzeitig auch das höchst mögliche Geschmackspotenzial zu entwickeln, ist neben der perfekten Verarbeitung eines ganz entscheidend: Das ausschließliche Ernten von roten, reifen Kaffeekirschen! Das klingt einfacher als es ist, denn es ist erheblich aufwändiger, während der gesamten Erntezeit immer und immer wieder an die Bäume zu gehen und von Hand die neuen roten Kirschen zu pflücken als alle an einem Ast befindlichen reifen, halbreifen und noch grünen Kirschen mit einem Mal durch das üblicher Weise praktizierte „Strippen“ mit einem Mal herunter zu ziehen.
In einem ersten Schritt hat Trabocca all seine äthiopischen Partner (Kooperativen, Bauern-Gruppen und kleine private Wald-Plantagen) in den verschiedensten Anbaugebieten gebeten, jeweils 50 Säcke „Grad 1“-Qualität aus ausschließlich roten Kirschen zu erzeugen. Die Ergebnisse waren (bis auf wenige Ausnahmen, was im Anfangsstadium aber nachvollziehbar ist) durchschlagend – wie im Falle unseres „Sidamo Grad 1“ aus dem Distrikt Kebado. Um die Frische des Kaffees zu bewahren, und zwar länger als dies üblicher Weise möglich ist, ist der Sidamo Grad 1 nicht in 60 kg-Säcke abgefüllt, sondern 12,5 kg-weise in Spezialfolie vakuumverpackt. Zum Rest des Beitrags »




